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Herausforderungen neuer Geschäftsmodelle und Technologien - Governance und Banksteuerung im Zeitalter virtueller und global verteilter Unternehmen

Staatssekretär Horst Westerfeld, Bevollmächtigter der Hessischen Landesregierung für E-Government und Informationstechnologie

Seit nun mehr als fünf Jahren arbeiten Wissenschaft, IT-Industrie und Finanzindustrie im E-Finance Lab zusammen. Die Beteiligung der Universitäten Frankfurt und Darmstadt an diesem Vorhaben ist für das Land, den Standort Hessen, von großer Bedeutung. Die fünf Forschungscluster haben in den letzten Jahren eine beachtliche Zahl von anerkannten wissenschaftlichen Veröffentlichungen hervorgebracht.

Die Finanzierung von Forschung auf dem Sektor IT in der Finanzindustrie durch das E-Finance Lab hat für alle Beteiligte die Finanzindustrie, die IT-Industrie und die Wissenschaft neue Erkenntnisse gebracht und einen Beitrag zur Stärkung des Finanzplatzes Frankfurt beigetragen. Letztendlich profitieren durch die Aktivitäten des EFL-Vereins alle in der Region Rhein-Main.

Die Erfolge beruhen nicht nur auf den auf nationalen und internationalen Konferenzen nachgefragten wissenschaftlichen Ergebnissen, sondern vor allem auch im Wissenstransfer zwischen Theorie und Praxis. Das wird insbesondere durch die hohe Beteiligung der Mitarbeiter der Industrie an dem Promotionsprogramm deutlich.

Spannend bleiben die Themen, die sich der Forschungsverein in den letzten fünf Jahren gewidmet hat, dazu zählen die Fragen zu Standardisierungsgrad und Standardisierungsnutzen in Organisationsnetzwerken, genauso wie die Fragen zum Outsourcing, Offshore Outsourcing, Co-Sourcing oder auch Insourcing. Die Themen zum Wertschöpfungsbeitrag, zu Business Alignment und zur Governance der IT bleiben sicher weiter im Fokus, genau wie die Technologiethemen SOA oder Grid Computing.

Das Motto der Tagung wirft aber noch andere Fragen auf, die in der nächsten Zeit vom E-Finance Lab erforscht werden könnten. Governance und Banksteuerung im Zeitalter virtueller und global verteilter Unternehmen ist eine neue Anforderung an die IT. Werden falsche Geschäftsentscheidungen durch IT schneller zu einem Risiko oder kann IT beitragen in komplexen Zusammenhängen Risiken schneller zu erkennen. In den letzten Jahren stellte sich die Frage „wie viel IT bringt wie viel Nutzen?“ und endete oft in der Feststellung IT als Kostenfaktor. Jetzt könnte die Frage neu gestellt werden „wie kann IT genutzt werden, dass Finanztransaktionen nicht das Unternehmen gefährden?“. Es werden IT-Systeme benötigt, um systemische Risiken besser abschätzen zu können. Zum Beispiel gehen bisher Risikomanager (und auch Portfolio-Theoretiker) von einer Gleichverteilung der Risiken aus. Nach dieser Annahme hätte es die subprime crisis wohl nicht geben dürfen.