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Den Beratungsprozess optimieren

Eine Analyse zum Einsatz von Marktdaten und technischen Systemen in der Anlageberatung bei Deutschlands 500 größten Kreditinstituten


Year of publication: 2008, first edition
Authors: Fabian Gleisner, Andreas Hackethal, Mark Wahrenburg
Publisher: Books on Demand, Norderstedt
ISBN-13: 978-3-8370-1656-7

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Management Summary

Eine der spannendsten und auch ältesten Diskussionen der Wirtschaftsinformatik dreht sich um die fundamentale Frage nach dem Geschäftswert der Informationstechnologie. Die Diskussion um die Frage, ob der Einsatz von Informationstechnologie (IT) die Produktivität eines Unternehmens steigert, ist immer wieder von sich widersprechenden Forschungsergebnissen angeregt worden.

Die ersten Studien aus den 80er und 90er Jahren fanden zunächst keinen direkten Zusammenhang zwischen Investitionen in IT und der Produktivität von Firmen, Industrien oder ganzen Volkswirtschaften (Bender, 1986; Roach, 1987; Strassmann, 1990; Roach, 1991; Loveman, 1994; Newman, 1994).

Dieses so genannte Produktivitäts-Paradoxon inspirierte Ökonomen und Wirtschaftsinformatiker dazu, den Zusammenhang zwischen IT-Investitionen und Produktivität noch tiefer gehend zu analysieren. Zahlreiche Studien konnten, basierend auf detaillierteren Daten oder ausgereifteren ökonometrischen Methoden, einen signifikanten und positiven Beitrag der IT zum Geschäftserfolg von Unternehmen aufzeigen (Boswirth, 2000; Brynjolfsson,
2000; Oliner, 2000).

Inzwischen hat sich in der Wirtschaftsinformatik auch die Erkenntnis durchgesetzt, wie dieser Mehrwert erzeugt wird: Der Geschäftswert der IT entsteht durch eine Gleichrichtung von Geschäftsprozessen und technischen Systemen (IT-Busines Alignment). IT-Wertschöpfung verlangt also eine Abstimmung zwischen Geschäfts- und IT-Strategie.

Die Frage lautet nun, wie IT- und Fachressourcen geeignet zu kombinieren und zu orchestrieren sind, damit diese gemeinsam einen Beitrag zum Gesamterfolg der Unternehmung leisten.

Vor dem Hintergrund dieser spannenden Fragestellung hat das E-Finance Lab eine empirische Untersuchung mit den für die Vermögensberatung verantwortlichen Abteilungsleitern der 500 größten Kreditinstitute in Deutschland zum Einsatz von Marktdaten und technischen Systemen im Anlageberatungsprozess durchgeführt.

Der Geschäftswert der Informationstechnologie in Banken ist in der Vergangenheit insbesondere in den Abwicklungsabteilungen (Back-Office) viel diskutiert worden. Zahlreiche Banken konnten insbesondere in den vergangenen, ertragsschwachen Jahren durch die Industrialisierung des Back-Office Effizienzsteigerungen erreichen.

Der nächste konsequente Schritt ist nun auch der verstärkte Einsatz von Informationstechnologie im „Front Office“, also in Abteilungen mit Kundenkontakt. Aktuelle Umfragen haben gezeigt, dass Banken in Deutschland ihren Beratungsprozess bisher kaum mit technischen Systemen unterstützen: So gibt es beispielsweise nur bei 30 Prozent der Banken verbindliche Vorgaben
für den IT-Einsatz in der Anlageberatung (Engstler, 2006).

Die vorliegende Studie verfolgt zwei Ziele: Zum einen soll im Rahmen einer„Beratungsprozess-Landkarte“ deutscher Retail-Banken der Status Quo zum IT-Einsatz und zur Nutzung von Marktdaten im Anlageberatungsprozess erhoben werden. Zum anderen sollen Best-Practice Beispiele identifiziert werden, um so Optimierungspotentiale aufzuzeigen und zu quantifizieren. Vor diesem Hintergrund sind die Themenschwerpunkte der Studie:

·          Merkmale des Anlageberatungsprozesses

·          Wahrgenommener Nutzen von IT in der Anlageberatung

·          IT- Einsatz im Anlageberatungsprozess

Ein vierseitiger Fragebogen mit 14 zum Teil weit detaillierten Fragestellungen ist an die Abteilungsleiter der für die Vermögensberatung zuständigen Abteilungen der größten 500 Kreditinstitute Deutschlands (nach Bilanzsumme) verschickt worden. Damit stellt die Studie einen wichtigen Beitrag zum Verständnis und der Einschätzung von theoretisch wie praktisch relevanten Industrialisierungspotentialen bei Finanzprozessen dar.

Zusammengefasst zeigen die Ergebnisse der Untersuchung, dass fortgeschrittene IT-Anwendungen in der Anlagebratung der 500 größten Kreditinstitute in Deutschland bisher noch nicht auf breiter Basis im Einsatz sind. Die Nutzung vorhandener Systeme schwankt zudem noch stark. Ein Trend zeichnet sich jedoch sehr deutlich bei den befragten Banken ab: IT wird zukünftig eine immer stärkere Rolle im Vertrieb von Finanzprodukten spielen.

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