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Moderne Banksteuerung

Aktueller Stand und Zukunft der Banksteuerung bei den 640 größten Kreditinstituten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Year of publication: 2007, first edition
Publisher: Books on Demand, Norderstedt
Authors: Felix Schwarze, Kim Wüllenweber, Andreas Hackethal und Mark Wahrenburg
ISBN-13: 978-3-8370-0687-2

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Management Summary

Das Thema Gesamtbanksteuerung steht in Zeiten hohen Wettbewerbdrucks und zunehmender regulatorischer Anforderungen wieder weit oben auf der Agenda vieler Bankmanager. Das E-Finance Lab hat die 636 größten Banken in Deutschland, Österreich und der Schweiz zur aktuellen und zukünftig geplanten Ausgestaltung ihrer Banksteuerung befragt (Rücklaufquote 25,3 Prozent). Es zeigt sich, dass viele Banken in den nächsten Jahren ihre Banksteuerung modernisieren wollen. Dabei sind sie insbesondere an einer Weiterentwicklung ihrer Methoden interessiert:

  • Barwertige Erlöskennzahlen sollen öfter im Vorstands-Reporting ausgewiesen und häufiger in Zielvereinbarungen der Geschäftsbereiche aufgenommen werden.

  • Die Betriebskosten sollen durch eine stärkere Zurechnung auf Vollkostenbasis und durch eine häufigere Kalkulation von Stückkostensätzen an Bedeutung gewinnen.

  • Im zunehmenden Maße sollen Standardrisikokosten für die Steuerung der Geschäftsbereiche verwendet werden.

  • Die Kosten des ökonomischen Kapitals sollen zukünftig häufiger im Vorstands-Reporting sowie in den Zielvereinbarungen der Geschäftsbereiche Beachtung finden

  • Die Banken beabsichtigen, nicht-finanzielle Kennzahlen – insbesondere Prozesskennzahlen – stärker für die Steuerung zu nutzen.

Der Einsatz moderner Banksteuerungsmethoden wird maßgeblich vom Vorstand bzw. der Geschäftsführung gefordert. Insbesondere ein höherer Rentabilitätsdruck, mangelnde Transparenz über die Geschäftsbereichsergebnisse sowie eine gestiegene Unsicherheit über die zukünftige Geschäftsentwicklung sind Ursachen für einen erhöhten Informationsbedarf des Top-Managements. Die Verfügbarkeit fortgeschrittener Methoden stellt für die Verbesserung der Banksteuerung keinen Engpass dar. Bei der Verbesserung der Banksteuerung ist von besonderer Bedeutung, die Methoden in Zusammenarbeit mit den Geschäftsbereichen anzupassen. Hierbei sind die Besonderheiten der jeweiligen Produkte zu berücksichtigen. Durch die Einbindung der Geschäftsbereichsleiter sollte auch frühzeitig deren Akzeptanz hinsichtlich der zukünftigen Kalkulationsergebnisse sichergestellt werden.

Die IT-Systeme und vorhandenen Daten sind in den Banken für den Einsatz moderner Banksteuerungsinstrumente unzureichend. Hierbei ist insbesondere der Austausch zwischen den IT-Systemen der Geschäftsbereiche und des Bereichs Banksteuerung verbesserungswürdig. Gleichzeitig wird die Verbesserung der Datenqualität und der IT-Systeme als Chance wahrgenommen, um dem Top-Management kurzfristig und flexibel Informationen über den Geschäftsverlauf zur Verfügung stellen zu können.
Während persönliche Anreize für die Banksteuerungs-Verantwortlichen die Modernisierung vorantreiben, stellen Änderungen in der Organisationsstruktur ein Hindernis dar. Die Anpassung der Erlös- und Kostenkalkulation an die geänderte Organisationsstruktur und die hierfür erforderlichen Änderungen in den bestehenden IT-Systemen sorgen dafür, dass Projekte zur Einführung fortgeschrittener Methoden und Techniken zurückgestellt werden.
Die Befragten sehen die Kosten zur Umsetzung als größte Hürde für die Verbesserung der Banksteuerung an. Änderungen an bestehenden oder die Einführung neuer IT-Systeme sowie Verbesserungen der Datenqualität werden als bedeutendste Kostentreiber angesehen. Auch die Kosten zur Weiterentwicklung der Kalkulations-Methoden werden als hoch eingeschätzt.
Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen, dass die Geschäftsbereiche frühzeitig in die Anpassung von Methoden eingebunden werden müssen. Die Banksteuerung sollte sich nicht nur als Informationslieferant des Top-Managements verstehen, sondern verstärkt die Geschäftsbereiche mit Kennzahlen versorgen, die für diese einen Mehrwert darstellen - etwa für die Vorkalkulation und die Ermittlung von Plan-Zahlen. Hierbei ist insbesondere auf ein reibungsloses Zusammenspiel der IT-Systeme zwischen dem Bereich Banksteuerung und den Geschäftsbereichen zu achten. Eine ganzheitliche Daten- und Systemstrategie ist hier von Vorteil, um die Transformation zu einer fortgeschrittenen Banksteuerung zu ermöglichen anstatt sie zu behindern.

 

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